Wenn du ein High-End-Wärmebild-Monokular oder -Wärmebildgerät suchst, bist du sicher schon auf die Abkürzung NETD mit einer Zahl dahinter gestoßen (z. B. < 25mK). Das ist nicht nur ein weiterer technischer Wert: Es ist der wichtigste Faktor für die Bildqualität unter schwierigen Bedingungen.
Was ist NETD?
NETD (Noise Equivalent Temperature Difference) bzw. ""temperaturäquivalente Rauschdifferenz"" misst die thermische Empfindlichkeit des Sensors. Sie wird in Millikelvin (mK) angegeben.
Einfach gesagt: NETD gibt an, wie klein der Temperaturunterschied ist, den die Kamera noch unterscheiden kann.
- Hoher NETD (z. B. 50mK): Der Sensor benötigt viel thermischen Kontrast, um etwas zu ""sehen"".
- Niedriger NETD (z. B. 20mK): Der Sensor ist extrem empfindlich und erfasst kleinste Details.
Warum ist eine niedrige Zahl besser?
Je niedriger der NETD-Wert ist, desto besser ist das Bild. Stell dir einen Tag mit Regen, Nebel oder hoher Luftfeuchtigkeit vor. Unter diesen Bedingungen ist der thermische Kontrast der Landschaft sehr gering (alles hat eine ähnliche Temperatur), und Wassertropfen wirken wie ein Spiegel, wodurch die Erkennung thermischer Unterschiede erschwert wird.
Ein Gerät mit hohem NETD sieht eine ""graue Fläche"" ohne Konturen. Ein Gerät mit niedrigem NETD (<25mK) kann die kleinsten Temperaturunterschiede zwischen dem Fell eines Wildschweins, den Zweigen eines Busches und dem kalten Hintergrund erfassen und liefert selbst ohne Umgebungs-Kontrast ein klares Bild.
Klassifizierung der Geräte nach NETD
- < 25mK (aktueller Trend): Höchste Detailgenauigkeit. Kann Details wie Geweihe oder Fell bei starkem Regen erkennen. (z. B. Pulsar Telos / Helion Serie).
- < 35mK (ausgereifte Modelle): Der aktuelle Qualitätsstandard. Hervorragende Leistung in den meisten Situationen. (z. B. Hikmicro Falcon).
- < 50mK (ältere Modelle): Ausreichend für die Erkennung bei guten Wetterbedingungen.
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